Während der UEFA-Fußball-EM sowie den Olympischen Spielen waren bereits einige Athleten mit Kopfhörern unterwegs, aus denen nicht nur „normale“ Musik ertönte. „Neuropriming“ heißt das Zauberwort: Dahinter verbirgt sich die Stimulation des motorischen Kortex zur Steigerung der Effektivität des Trainings. Im klinischen Bereich werden Verfahren zur Stimulation des Gehirns schon seit mehr als 15 Jahren angewendet, zum Beispiel bei Patienten mit chronischen Schmerzen, Epilepsie oder Morbus Parkinson. Wissenschaftliche Langzeitstudien zur Anwendung im Sport fehlen allerdings bisher.

Blick in die Wissenschaft

Hohe Verletzungsrate im Sport

Laut einer 2016 veröffentlichten Statistik der ARAG Sportversicherung und des Lehrstuhls für Sportmedizin der Universität Bochum entstehen bis zu 60 Prozent aller Verletzungen bei Fußballern ohne Fremdeinwirkungen (1) – wie bei Jerome Boateng, Mario Gomez oder Sami Khedira während der UEFA EM 2016. Dazu zählen am häufigsten die hintere Oberschenkelmuskulatur, die Innenbänder im Knie und die Außenbänder des Sprunggelenks. 40 Prozent der Verletzungen resultieren aus Fouls oder Kollisionen. Im Durchschnitt erleiden professionelle Fußballspieler jedes Jahr mindestens eine leistungseinschränkende Verletzung. Das Auftreten von Wettkampfverletzungen ist dabei durchschnittlich vier- bis sechsmal häufiger als das von Trainingsverletzungen (2).