Physiotherapeuten, die im Bereich der Intensivmedizin arbeiten, müssen über fundiertes Fachwissen verfügen, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Bisher sind in Deutschland keine minimalen Standards definiert. Vorbildfunktion übernehmen hier Neuseeland und Australien.

Erfahrung und Fachwissen

Da moderne Intensivmedizin einen hohen Kenntnisstand an internistischem und neurologischem Fachwissen verlangt, macht es durchaus Sinn, in der Pflege eine Zusatzausbildung in Anästhesie und Intensivmedizin zu etablieren. Der Trend der intensivmedizinischen Komplexbehandlung schreitet voran, die Intensivphase im stationären Bereich wird ausgebaut, die Verweildauer nimmt insgesamt jedoch weiter ab (1). Das stellt zunehmend auch Anforderungen an den physiotherapeutischen Bereich. Therapie muss an 365 Tagen im Jahr gewährleistet sein, Fachkompetenz in spezialisierten Teams ist gefragt. Das nötige Fachwissen wird an den Schulen allerdings nicht ausreichend vermittelt. Nahezu weltweit ist die Physiotherapie akademisiert und dementsprechend auch versehen mit Forschungsaufträgen für Professoren und Doktoranden. In Deutschland gibt es bislang jedoch keine strukturierten Vorgaben. Vielversprechend ist ein Projekt der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), welche derzeit an einem Konzept diesbezüglich arbeitet.