Die Physiotherapie bildet eine tragende Säule in der Versorgung Schwerstkranker, die auf einer Station für interdisziplinäre, intensivmedizinische Rehabilitation (IMR) in Bad Oeynhausen behandelt werden. So patientenorientiert wie eine flexible Teamarbeit ist das gesamte Projekt, dessen Leiter Prof. Dr. med. Paul Walter Schönle damit eine Versorgungslücke zwischen Akut- und Rehabilitationssektor schließen will.

Versorgungslücke nach der Intensivstation

Die Versorgung extrem geschwächter, noch überwachungs- und pflegebedürftiger Patienten ist nicht ausreichend gesichert. Traditionelle Reha-Kliniken sind nicht in der Lage, solche schwer betroffenen, zum Teil noch beatmeten Menschen im Anschluss an die Primärbehandlung auf Intensivstationen adäquat weiterzubehandeln. „In der herkömmlichen Rehabilitation mangelt es an einer geeigneten Planung und Infrastruktur für diese Patienten“, erklärte Prof. Dr. med. Paul Walter Schönle im Frühjahr 2017 auf dem Deutschen Kongress für Rehabilitationsforschung in Frankfurt. Eine Ausnahme bilden etwa Schädel-Hirn-Verletzte oder Schlaganfall-Patienten, die in einer sechsphasigen Regelversorgung eine Frührehabilitation (Phase B) nach der Akutbehandlung im Krankenhaus (Phase A) erhalten können. Schönle selbst hat das neurologische Phasenmodell in den 1990er-Jahren entwickelt (1).