„Sie müssen einfach besser im Team zusammenarbeiten!“, so die Forderung an Kollegen aus den unterschiedlichen Gesundheitsfachbereichen. Doch wie kann man die interprofessionelle Kommunikation fördern? Und wie können angehende Therapeuten aus den verschiedenen Bereichen darauf vorbereitet werden? Zuallererst müsste sich an den Rahmenbedingungen etwas ändern, denn es gibt zum Beispiel keine Abrechnungspositionen für interprofessionelle Fallbesprechungen.

Aktueller Stand

Interprofessionelle Zusammenarbeit kann als eine Antwort auf die drängenden Fragen der zukünftigen Gesundheitsversorgung, wie die Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens und den Fachkräftemangel, gesehen werden (1, 2). Interprofessionelle Handlungsfelder sowie hemmende und fördernde Faktoren wurden bereits im Artikel „Gute Zusammenarbeit kann man lernen!“ in der Juliausgabe der pt dargestellt. An diese Diskussion knüpft der folgende Beitrag an. Damit interprofessionelle Versorgung in der Praxis gelingen kann und zur Verbesserung der Patientenversorgung sowie zu mehr Arbeitszufriedenheit beiträgt, müssen sich nicht nur die Kompetenzen der beteiligten Akteure, sondern vor allem auch die Rahmenbedingungen ändern. Interprofessionelle Zusammenarbeit ist oft immer noch abhängig davon, welche Arbeitsweise die einzelnen Mitarbeiter präferieren, wie sich Teams finden, über welchen Bildungshintergrund die Beteiligten verfügen, welcher Profession sie angehören und inwieweit zum Beispiel das Management oder die Praxisleitung die Zusammenarbeit unterstützt. Diese Faktoren entscheiden, ob interprofessionelle Versorgung unter aktivem Einbezug des Patienten überhaupt stattfindet und wie sie gelingt (3).