Durch Chemotherapie induzierte Neuropathien sind nicht selten und umfassen zum Beispiel Taubheit oder Schmerzen in Händen und Füßen. US-amerikanische Wissenschaftler führten eine sekundäre Analyse ihrer randomisierten kontrollierten Studie durch, an der 355 Personen im Durchschnittsalter von 56 Jahren teilnahmen (93 Prozent Frauen, 79 Prozent Mammakarzinom). Die verabreichten Chemotherapien beinhalteten Taxane, Platin oder Vinca-Alkaloide. Die Probanden wurden in eine Chemotherapie-Gruppe oder eine kombinierte Chemotherapie- und Übungsgruppe randomisiert. Letztere erhielt die sogenannte EXCAP©®-Therapie (Exercise for Cancer Patients), ein moderates, individuell angepasstes Heimübungsprogramm über sechs Wochen mit progressivem Kraft- und Gehtraining. Neben den demografischen Informationen erfassten die Forscher auch Krebsart und -stadium sowie neuropathische Symptome wie Hitze- oder Kältegefühle, Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen. Die Teilnehmer der Übungsgruppe berichteten nach der Intervention über weniger Hitze-, Kälte-, Taubheits- oder Kribbelempfindungen als die Probanden, die ausschließlich Chemotherapie erhalten hatten. Bei den Übenden profitierten am meisten ältere, männliche oder an Brustkrebs erkrankte Probanden.