Krebs Patientin Onkologie 782613028Photographee.eu / shutterstock.com
Krebs Patientin Onkologie 782613028

Forscher aus den Niederlanden schlossen insgesamt 277 Krebspatienten aus neun verschiedenen Krankenhäusern in den Niederlanden in ihre Studie ein („Resistance and Endurance exercise After ChemoTherapy – REACT“). Erwachsene Patienten mit histologisch bestätigter Krebserkrankung (zum Beispiel Brust-, Darm- und Ovarialkarzinome sowie Lymphome) und erfolgreich durchgeführter adjuvanter Chemotherapie waren für die Studie geeignet. Patienten, die nicht in der Lage waren, den Alltag zu bewältigen, unter kognitiven Einschränkungen litten, progressive Tumorerkrankungen aufwiesen oder emotional sehr instabil waren, wurden ausgeschlossen. Ziel war die Untersuchung der langfristigen Wirksamkeit und der Kosteneffektivität von verschiedenen Trainingsmodalitäten. Die Patienten wurden per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt: Die eine Hälfte absolvierte zweimal pro Woche ein hochintensives Training (HI-Gruppe, n = 139), der Rest trainierte mit niedriger oder moderater Intensität (LMI-Gruppe, n = 138). In Bezug auf Art, Dauer und Frequenz der Übungen waren die Programme vergleichbar und beinhalteten sowohl ein Krafttraining als auch ein Ausdauer-Intervalltraining. Alle Probanden absolvierten unter anderem sechs kräftigende Übungen für die großen Muskelgruppen (Rudern, Beinpresse, Bankdrücken, Überzüge, Crunches und Ausfallschritte) in zwei Sätzen mit je zehn Wiederholungen. Die Patienten der HI-Gruppe trainierten dabei mit einer Intensität von 70 bis 85 Prozent des Einwiederholungsmaximums (1RM), die Patienten der LMI-Gruppe nur mit 40 bis 55 Prozent des 1RM. Die Trainingsphase dauerte drei Monate und wurde von einem Physiotherapeuten geleitet. Die Studienteilnehmer wurden vier bis sechs Wochen nach der primären Therapie sowie nach zwölf und 64 Wochen untersucht. Zu den Zielgrößen gehörten die Messung von kardiorespiratorischer Fitness und Muskelkraft sowie die Dokumentation der von den Patienten berichteten Fatigue und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Darüber hinaus evaluierten die Forscher die QALYs und die gesundheitsökonomischen Kosten. Eine Limitation der Studie sind die Drop-out-Raten von mehr als 20 Prozent. In Bezug auf Rollenfunktion und soziale Funktion (Subskalen der Lebensqualität) schnitten die Probanden der HI-Gruppe besser ab als die LMI-Gruppe. Hinsichtlich körperlicher Fitness und Fatigue gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Verbesserungen von kardiorespiratorischer Fitness und Lebensqualität waren auch nach 64 Wochen noch messbar, bei der Fatigue-Symptomatik war dies nicht der Fall. Die gesundheitsökonomische Auswertung deutet darauf hin, dass das hochintensive Training kosteneffektiver ist als das niedrig oder moderat dosierte Training.