Forschung zeigt, dass Patienten mit Prostatakrebs, die eine Androgendeprivationstherapie erhalten, von einer Eins-zu-eins-Betreuung beim Training profitieren. Wissenschaftler aus Kanada untersuchten nun, ob auch eine kostengünstigere Gruppen- oder Heimübungstherapie wirksam ist. Sie inkludierten 59 Männer mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren und randomisierten sie in drei Gruppen: 1) individuelles Training (IT), 2) beaufsichtigte Gruppentherapie (GT) oder 3) Heimübungen (HÜ). Alle Teilnehmer sollten sechs Monate lang an vier bis fünf Tagen pro Woche bei mittlerer Intensität Ausdauer und Kraft trainieren, insgesamt 150 Minuten wöchentlich. Die Adhärenz war größer bei den Trainingseinheiten unter Aufsicht (IT: 75 Prozent, GT: 71 Prozent) als bei der körperlichen Aktivität zu Hause, gemessen mit Akzelerometer (unter 50 Prozent). Die hohe Zufriedenheit der Patienten mit der Therapie unterschied sich nicht wesentlich zwischen den Gruppen. In den meisten Outcomes – wie gesundheitsbezogener Lebensqualität, Fatigue und Fitness (zum Beispiel Greifkraft oder Chair-Stand-Test) – unterschieden sich die Gruppen nicht klinisch relevant. Die Autoren schlussfolgern, dass sowohl beaufsichtigte Gruppentherapie als auch Heimübungen ähnlich effektiv sind wie das individuelle Training. Es sind nun größer angelegte Studien nötig.