Es ist Samstagnachmittag: Sven Fischer, der Stürmer des SV Sigiltra Sögel, läuft aus dem Mittelfeld auf den „Sechzehner“ des Gegners zu. Der Ball wird ihm in den Lauf gespielt. Als er zum Torschuss ausholt, wird er durch ein Grätschen eines Gegenspielers gerade noch fair, aber unsanft vom Ball getrennt. Dabei spürt er einen Schlag gegen sein rechtes Sprunggelenk und ihm ist sofort klar: „Das war’s!“ Er lässt sich auswechseln und begibt sich in die Hände des medizinischen Fachpersonals.

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Der ortsansässige Physiotherapeut und ein Arzt für Allgemeinmedizin, die zu den größten Fans des Vereins gehören, kommen sofort zur Untersuchung und Behandlung des verletzten Stürmers. Nach Einschätzung des Arztes scheint nur eine starke Prellung des rechten Sprunggelenks vorzuliegen; es wird eine Behandlung nach dem PECH-Schema durchgeführt. Am folgenden Dienstag stellt sich der Stürmer dem medizinischen Team erneut vor: Der Fuß ist etwas, aber nicht stark geschwollen, alle aktiven Bewegungen sind möglich, ein Hämatom zeigt sich im Bereich des lateralen Malleolus. Sven gibt einen leichten Druckschmerz am lateralen Fußrand an, mit einer Intensität von vier auf der Visuellen Analogskala (VAS); der VAS-Wert für den Ruheschmerz beträgt drei. Es ist keine Vollbelastung möglich. Beim Versuch, den Fuß zu belasten, gibt der Patient einen VAS-Wert von neun an. Arzt und Physiotherapeut überlegen gemeinsam, ob nicht doch eine Fraktur vorliegen könnte. Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung wendet der Arzt eine „altbewährte“ Methode an: den Stimmgabeltest. Dabei wird eine Stimmgabel in Schwingung versetzt und auf den Bereich gelegt, in dem die Fraktur vermutet wird. Der verletzte Stürmer gibt daraufhin eine starke Steigerung des Schmerzes an (VAS: sechs). Für den Mediziner ist dieses Ergebnis Grund genug für die Annahme, dass eine Fraktur vorliegt. Er schickt den Patienten zur bildgebenden Diagnostik ins Krankenhaus.