Anatomy Insider / shutterstock.com

Dass ein 18-wöchiges angeleitetes Trainingsprogramm bei Brust- oder Darmkrebs kurzfristig effektiv zur Verbesserung der Fatigue-Symptome vor einer geplanten adjuvanten Therapie (Chemotherapie) ist, konnten Forscher aus den Niederlanden in einer früheren Studie an insgesamt 237 Patienten bereits zeigen. 204 der Patienten hatten die Diagnose Brustkrebs und 33 die Diagnose Darmkrebs. Die Studie lief unter der Abkürzung PACT (Physical Activity during Cancer Treatment). Um in die Studie eingeschlossen zu werden, musste die Krebsdiagnose vor weniger als sechs bis zehn Wochen histologisch bestätigt worden sein. Zudem durften die Patienten in den letzten fünf Jahren keine andere Krebsbehandlung erhalten haben, mussten mindestens 100 Meter gehen können und durften keine Kontraindikationen für körperliche Aktivität aufweisen. Die Patienten mussten zwischen 25 und 75 Jahre alt sein. Alle Patienten erhielten die herkömmliche Versorgung; die Interventionsgruppe (n = 119) bekam zusätzlich ein angeleitetes Trainingsprogramm zur Verbesserung von Kraft und Ausdauer. Das Programm wurde zweimal wöchentlich durchgeführt, dauerte je eine Stunde, wurde individuell auf Basis der körperlichen Leistungsfähigkeit (Belastungs- und Krafttest) sowie der Präferenzen der Patienten zusammengestellt und beinhaltete sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining. Außerdem ermutigten die Forscher ihre Patienten zu je mindestens 30 Minuten zusätzlicher körperlicher Aktivität an drei weiteren Tagen. Um die Patienten auch langfristig an einen aktiven Lebensstil heranzuführen, setzten die Forscher Methoden der sozial-kognitiven Theorie von Bandura ein: Deren wichtigstes Konstrukt ist die Selbstwirksamkeit, die es durch geeignete Maßnahmen (grafische Darstellung der Trainingserfolge, positives Feedback, Aktionspläne) zu fördern gilt.