65 körperlich inaktive Patienten mit Multipler Sklerose (MS) wurden in diese multizentrische, randomisierte und kontrollierte Pilotstudie eingeschlossen. Einschlusskriterien waren unter anderem, dass die Personen selbstständig gehen konnten und keinen Schub sowie keine Änderung der Medikation in den vergangenen drei Monaten gehabt hatten. Auch interessierten sich die Wissenschaftler dafür, ob eine ergänzend zum zehnwöchigen Übungsprogramm durchgeführte Edukation zusätzliche Verbesserungen bewirkte (Experimentalgruppe, n = 32). Dies erfolgte in Anlehnung an die sozial-kognitive Lerntheorie, mit verhaltenstherapeutischem Ansatz zur Verbesserung der Selbstwirksamkeit im Umgang mit der Erkrankung. Die Kontrollgruppe (n = 33) erhielt eine Edukation zur allgemeinen Gesundheitsförderung (Ernährung, Schlaf, Erholung). Beide Gruppen verbesserten sich nach Ende der Intervention vergleichbar im Sechs-Minuten-Gehtest (6MWT), im Timed-Up-and-Go-Test und in der Multiple Sclerosis Walking Scale-12. 68 Prozent der Experimentalgruppe und 50 Prozent der Kontrollgruppe erfüllten nach Therapieende die Übungsleitlinien. Eine sekundäre Analyse mit 21 Patienten der Experimental- und 20 Probanden der Kontrollgruppe, die an mindestens drei Nachuntersuchungen teilgenommen hatten, zeigte marginale signifikante Unterschiede zugunsten der Experimentalgruppe: Diese verbesserte sich leicht im 6MWT nach zwölf und 36 Wochen. Das Fazit der Untersuchung lautet, dass für inaktive Patienten mit MS ein zehnwöchiges Übungsprogramm praktikabel ist. Die Kombination mit einer sozial-kognitiven Edukation zeigte einen geringen langfristigen Therapieeffekt nach zwölf und 36 Wochen.