Die Autoren dieser australischen Studie bejahen diese Frage. 42 Patienten mit chronischen LWS-, Schulter- oder Knieschmerzen stellten sich in einer Physiotherapieklinik in Queensland vor: Sie wurden einmal persönlich von einem Therapeuten untersucht und beraten und zusätzlich per Videokonferenz von einem anderen Kollegen. Die Reihenfolge der Untersuchungsarten und die Therapeuten wurden den Patienten per Zufall zugeteilt.

Die Patienten mussten mindestens 18 Jahre alt sein und im Bereich von Lendenwirbelsäule, Schulter oder Knie Beschwerden haben, welche nicht hochakut sein durften. Zudem mussten aktuelle radiologische Befunde vorliegen (nicht älter als ein Jahr). Ausgeschlossen wurden Patienten mit Zusatzerkrankungen, zum Beispiel kardiologischen oder neurologischen Erkrankungen. Patienten mit Seh- oder Hörstörungen und eingeschränkter Mobilität waren ebenfalls nicht für die Teilnahme an der Studie geeignet. Insgesamt sechs spezialisierte Physiotherapeuten führten die Untersuchungen durch. Alle hatten gleichermaßen Zugang zu den medizinischen Aufzeichnungen und Röntgenbefunden. Der direkte Untersuchungstermin verlief nach herkömmlichem Standard und beinhaltete eine Befragung und Untersuchung. Die Untersuchung via Videokonferenz wurde über eine spezialisierte Plattform gesteuert. Die Patienten mussten für das Video-Assessment Equipment vorbereiten, dazu gehörten unter anderem ein mit dem Internet verbundenes mobiles Endgerät, ein Stuhl, Handtücher und kleine Gewichte. Der Untersucher befand sich in einem anderen Raum und war ebenfalls über einen Laptop mit dem Internet verbunden. Die Tests wurden von den Patienten selbst durchgeführt; der Therapeut intervenierte, wenn notwendig, um einen sicheren und adäquaten Ablauf der Untersuchungen zu gewährleisten.