Im Fachbereich Kardiologie hat sich bei der postoperativen Nachsorge aufgrund neuer Medikamente und innovativer Operationstechniken viel verändert. Daher erstellten Wissenschaftler aus Großbritannien eine neue Literaturübersichtsarbeit, bezugnehmend auf den Cochrane-Review von 2016, der noch Studien aus dem Jahr 1975 berücksichtigt. Inklusionskriterium war, dass alle Probanden nach dem Jahr 2000 rekrutiert worden sein mussten. Die Forscher sichteten Veröffentlichungen bis Februar 2017 und schlossen 22 randomisierte kontrollierte Studien ein, die Übungstherapie mit einer Kontrollintervention ohne Training verglichen. Klinische Zielgrößen waren die kardiovaskulär bedingte Mortalität, die Gesamtsterblichkeit und die Einweisungsrate ins Krankenhaus. Insgesamt wurden die Daten von 4.834 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 59,5 Jahren ausgewertet. Die Autoren fanden keinen Unterschied zwischen den Ergebnissen der Übungsinterventionen und der Standardversorgung, bestehend aus Medikation und Edukation; die Gesamtsterblichkeit und die kardiovaskuläre Mortalität waren vergleichbar. Bei den Einweisungsraten ins Krankenhaus gab es einen kleinen Unterschied zugunsten der kardiologischen Reha, der allerdings nur knapp die Signifikanzschwelle erreichte und wahrscheinlich nicht klinisch relevant ist.