Unspezifische Diagnosen gehören in der Physiotherapie zum Alltag. Ein Beispiel sind die „Klassiker“ LWS- und HWS-Syndrom: Hinter diesen Begriffen können verschiedenste Symptome und Befunde stehen. Der Therapeut muss sich also im Rahmen der Befunderhebung ein differenzierteres Bild verschaffen, um effektiv behandeln zu können. Für die Beurteilung der Beschwerden von Patienten mit Nackenschmerzen schlagen die Autoren eine neue Klassifikation vor.

Einleitung

Beschwerden am Bewegungsapparat verursachen mit circa elf Prozent aller Gesundheitsausgaben die höchsten Kosten im Gesundheitswesen (1). Die jährlichen Auslagen für muskuloskelettale Erkrankungen belaufen sich in der Schweiz auf 21 Milliarden Franken (2). Schmerzen an der Halswirbelsäule (HWS) oder im Nacken sind häufig und spielen in der physiotherapeutischen Behandlung von Patienten eine wichtige Rolle. Die Punktprävalenz von Nackenschmerzen wird zwischen 5,9 und 38,7 Prozent angegeben (3). Bis zu 71 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal im Leben an Nackenschmerzen (3).