In einer multizentrischen Studie (VERITAS) in North Carolina/USA wurden Patienten zehn Tage vor ihrem geplanten unilateralen Kniegelenkersatz in zwei Gruppen randomisiert: virtuelle oder herkömmliche Physiotherapie. Sie hatten weder ein vorausgegangenes Trauma, noch wurden Komplikationen erwartet (Risk Assessment and Prediction Tool Score ≥ 6). Noch vor der Operation wurde die Technik für die anschließende virtuelle Rehabilitation bei den Patienten der Interventionsgruppe zu Hause installiert und die Patienten  entsprechend eingewiesen. Über das virtuelle VERA-System (Virtual Exercise Rehabilitation Assistant) erhielten die Patienten Übungsempfehlungen mit visuellen und akustischen Anweisungen. Ihre Bewegungen wurden dreidimensional erfasst und sie erhielten direktes Feedback zur Übungsausführung. Außerdem gab es wöchentliche Videokonferenzen mit dem betreuenden Physiotherapeuten zur Therapiesteuerung.

Alle Patienten kamen in der zweiten und sechsten Woche nach der Operation zu den ärztlichen Nachuntersuchungen ins Krankenhaus. In der sechsten und zwölften postoperativen Woche erfolgten zudem die Assessments. Letztendlich waren die klinischen Ergebnisse der Patienten vergleichbar, die Kosten der virtuellen Rehabilitation jedoch geringer. Die neue Therapiemethode wurde von den Patienten häufiger genutzt, bei geringerem Kontakt mit dem Therapeuten. Zudem waren die Patienten mit dieser Maßnahme sehr zufrieden und würden sie in hohem Maße weiterempfehlen (rund 83 Prozent).

Quelle: Bettger JP, et al. 2019. Effects of virtual exercise rehabilitation in-home therapy compared with traditional care after total knee arthroplasty: VERITAS, a randomized controlled trial. J. Bone Joint Surg. Am. Nov 18. [Epub ahead of print] Volltext frei

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi31743238