Therapeuten aus Maastricht verglichen im Detail die Expositionstherapie bei schmerzbedingter Angst als eine Form der Verhaltenstherapie mit schmerzabhängiger Physiotherapie. Letztere umfasst laut Leitlinienempfehlung Schmerzkontrolle und -bewältigung durch Symptomverringerung, Funktions- und Aktivitätssteigerung. Die Autoren überprüften die Kosteneffektivität der beiden aktiven Therapieansätze und setzten die Ergebnisse einer zuvor durchgeführten randomisierten Studie in Bezug zu den Gesamtkosten der ambulanten Rehabilitation (Therapie, allgemeine Kosten Gesundheitswesen, Kosten, die den Patienten und deren Familien entstehen, Arbeitsunfähigkeit). Die 38 Patienten waren durchschnittlich 44 Jahre alt und zu 84 Prozent weiblich. Sie litten im Schnitt seit mehr als fünf Jahren unter einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom Typ 1, entsprechend den Orlando-Kriterien (siehe Kasten). Ausschlusskriterien waren unter anderem unzureichende niederländische Sprachkenntnisse, Schwangerschaft, bilaterales CRPS, generalisiertes Schmerzsyndrom, Dystonie, laufende Rechtsstreitigkeit in Bezug auf die Erkrankung sowie eine schwere Psychopathologie. Ergebnisparameter waren die Lebensqualität (SF-36) und die Lebensjahre in Relation zur Gesundheit (QALY). Innerhalb von sechs Monaten wies die Expositionstherapie größere Erfolge auf (SF-36, QALY). Sie war zwar zu Beginn mit höheren Kosten verbunden, konnte jedoch alle weiteren Krankheitskosten deutlicher reduzieren als die Physiotherapie, da die Patienten schneller arbeitsfähig waren und geringere Sozialkosten verursachten. Die Sensitivitätsanalyse mit verschiedenen Parametern bestätigte den robusten Effekt und gibt Hinweise auf die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Diese sollten jedoch noch in weiteren Studien mit größerer Fallzahl bestätigt werden.