Eine 53-jährige Patientin meldet sich zur spezialisierten vestibulären Physiotherapie mit Status nach Neuritis vestibularis vor acht Monaten. In ihrem Alltag ist sie immer noch deutlich eingeschränkt und berichtet über Symptome in Menschenmengen, im Verkehr, beim Autofahren, aber auch bei Kopfbewegungen und Drehungen. Ihr fällt es schwer, das Symptom zu beschreiben, sie empfindet am ehesten ein konstantes Benommenheitsgefühl, hat aber auch vegetative Symptome.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Begriffe für die zweithäufigste Schwindelform wurde vor wenigen Jahren vom Committee for the Classification Vestibular Disorders of the Bárány Society (CCBS) (1) ein neuer Begriff eingeführt: Persistent Postural-Perceptual Dizziness (PPPD). Gemäß Staab und Kollegen (2) manifestiert sich der PPPD mit folgenden primären Symptomen:

  • gestörte oder beeinträchtigte räumliche Orientierung ohne Bewegungsempfinden (Schwindel), 
  • Gefühl der Instabilität beim Stehen oder Gehen (Unsicherheit),
  • falsche oder verzerrte Gefühle des Schwankens, Schaukelns, Wackelns oder Aufprallens (innerer nicht drehender Schwindel) oder ähnliche Gefühle der Bewegung der Umgebung (äußerer nicht drehender Schwindel). 

In meiner klinischen Praxis berichten Betroffene häufig über folgende typische Symptome. Die Beschwerden sind konstant vorhanden, tagesabhängig mal mehr, mal weniger und häufig, morgens mehr als abends. Die Patienten empfinden Benommenheit oder fühlen sich wie betrunken oder duselig. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Außerdem berichten Betroffene, dass sich der Kopf wie Watte, Pudding oder Apfelmus anfühlt. Sie haben den Eindruck, nicht ganz klar im Kopf zu sein. Hinzu kommen Schwankschwindel, Druck auf dem Kopf, ein Kappen- oder Helmgefühl, ein Kopf wie im Schraubstock. Die Patienten berichten oft von einem Druck auf den Augen oder „es hat mit Augen zu tun“.