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Ja, so das Ergebnis dieser nicht-randomisierten Studie aus Schweden. Die Forscher inkludierten 50 Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen, die infolge der Bestrahlung einen Trismus entwickelt hatten (Mundöffnung 35 mm und kleiner). Während diese Patienten als Interventionsgruppe ein zehnwöchiges strukturiertes Übungsprogramm für den Kiefer durchführten, machten die Patienten der gematchten Kontrollgruppe keine Übungen. Klinische Zielgrößen waren neben der Mundöffnung noch Symptome von Depression und Ängstlichkeit (Hospital Anxiety Depression Scale), gemessen vor und nach der Intervention sowie zwei Jahre danach.

Im Follow-up nach zwei Jahren zeigten die Patienten der Interventionsgruppe signifikant weniger depressive Symptome als die der Kontrollgruppe (4 Prozent versus 33 Prozent). Vor der Intervention hatten 34 Prozent der Personen aus der Übungsgruppe Anzeichen für eine Depression, nach zwei Jahren noch vier Prozent. Die Kontrollgruppe veränderte sich in diesem Zeitraum nicht. Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen und Trismus infolge Bestrahlung profitieren also von strukturierten Kieferübungen bezüglich Mundöffnung und depressiver Symptome, die Ängstlichkeit hingegen änderte sich nicht.

Quelle: Aghajanzadeh S, et al. 2019. The effect of jaw exercises on anxiety and depression in patients with head and neck cancer receiving radiotherapy: prospective 2-year follow-up study. Head Neck. Nov 22. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31755605