[jr] Laut einer Expertenkommission um die Wissenschaftlerin Harriett Rumgay könnten 741.000 Fälle der weltweit festgestellten Krebserkrankungen 2020 mit Alkoholkonsum verbunden sein. In etwa drei Viertel der Fälle seien Männer betroffen. Da die Studie von geschätzten Werten ausging, flossen die Auswirkungen der Coronapandemie auf den Alkoholkonsum sowie gemeldete Krebserkrankungen nicht mit in die Ergebnisse ein. In Deutschland standen der Studie zufolge im vergangenen Jahr etwa 21.500 erstmals diagnostizierte Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Das entspricht einem Anteil von vier Prozent. Besonders hoch lag der geschätzte Anteil unter anderem in Osteuropa und Ostasien mit etwa sechs Prozent. Unter den Erkrankten befanden sich vor allem Menschen mit hohem Alkoholkonsum. In 14 Prozent der Fälle seien es auch Personen mit moderatem Trinkverhalten gewesen. Dieser wird mit 20 Gramm Alkohol pro Tag, also etwa zwei kleinen Gläsern Wein oder einem halben Liter Bier definiert. Nach Angaben der Studie beschädigt Alkohol die menschliche DNA und beeinflusst den Hormonhaushalt im Körper, was zu einer Krebserkrankung beitragen kann. Besonders häufig im Zusammenhang mit Alkohol seien Speiseröhren-, Leber- und bei Frauen auch Brustkrebs.

Quelle: Rumgay H, et al. 2021. Global burden of cancer in 2020 attributable to alcohol consumption: a population-based study. Lancet Oncol. July 13 [Online]