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[jr] Einer internationalen Forschungsgruppe ist es erstmals gelungen, personalisierte künstliche Leberzellen herzustellen. Dazu fügten die Forscher ein Transportprotein namens Aquaporin 9 zu technisch produzierten Stammzellen hinzu, mit dem Ergebnis, dass sich diese Zellen wie normale Leberzellen verhalten. Das Enzym OTC ist im Körper im Harnstoffzyklus an der Entfernung stickstoffhaltiger Abbauprodukte beteiligt. Fehlt es, so akkumuliert Ammoniak, was zu Vergiftungen führt. Ein OTC-Defekt ist die häufigste vererbte Krankheit im Harnstoffzyklus und bisher mit Medikamenten nicht heilbar. Den Forschern fiel auf, dass den hergestellten Stammzellen Aquaporin 9 fehlte. Grund hierfür ist der noch unreife Charakter der produzierten Leberzellen. Aquaporin 9 ist zuständig für den Transport von Harnstoff. Die Forscher haben im zweiten Schritt ein Verfahren entwickelt, bei dem die Bildung von Aquaporin 9 in den Stammzellen gefördert wird. Dadurch ändern die technologisch hergestellten Leberzellen ihr Verhalten. Sie bauen Ammoniak zu Harnstoff ab und scheiden den Harnstoff wie gesunde Leberzellen aus. Damit schuf das Team die Grundlage für ein funktionierendes Testverfahren mit künstlichen Leberzellen.

Quelle: Laemmle A, et al. 2021. Aquaporin 9 Induction in Human iPSC-derived Hepatocytes Facilitates Modeling of Ornithine Transcarbamylase Deficiency. Hepatology [Online]

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pt Januar 2022

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Erschienen am 11. Januar 2022