[jr] Hydrogele verfügen über gewebeähnliche biomechanische Eigenschaften, weshalb sie zunehmend auch im biomedizinischen Bereich eingesetzt werden. Ein geläufiges Beispiel stellen weiche Kontaktlinsen dar. Ein interdisziplinäres Forschungsteam des Graduiertenkollegs 2154 „Materials for Brain“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat nun eine Methode entwickelt, mit der sich Hydrogele mit einer sehr guten elektrischen Leitfähigkeit herstellen lassen. Das Besondere an der neu entwickelten Methode ist, dass die mechanischen Eigenschaften der Hydrogele dabei weitgehend erhalten bleiben. Durch die Elastizität der Hydrogele lassen diese sich an die unterschiedlichen Gewebearten im Körper anpassen. Deshalb könnten sie sich beispielsweise besonders gut als Material für medizinische funktionale Implantate eignen, welche bei bestimmten Gehirnerkrankungen zum Einsatz kommen. Durch leitfähige Hydrogele könnte beispielsweise, ähnlich wie bei Nervensystemen, die Freisetzung von Wirkstoffen gesteuert werden und so bestimmte Erkrankungen lokal noch gezielter behandelt werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten des neuen leitfähigen Hydrogels werden derzeit erforscht.

Quelle: Arndt C, et al. 2021. Microengineered hollow graphene tube systems generate conductive hydrogels with extremely low filler concentration. Nano Lett. March 16 [Online]