Management
pt Mai 2022

Kundenkooperation über Stadtgrenzen hinweg

Therapie und Training müssen besser aufeinander abgestimmt sein – das hört man häufig im Austausch unter Kollegen. Interdisziplinarität wird dabei nicht nur auf ärztlicher Seite, sondern auch in Prävention und Rehabilitation gefordert. Unterschiedliche rechtliche sowie versicherungs- und abrechnungstechnische Herausforderungen machen das in der alltäglichen Arbeit allerdings nicht ganz so einfach.

Im Gespräch mit Luise Walther und Nils Döse
Lesezeit: ca. 7 Minuten
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Unter Kooperation im medizinischen Bereich verstehen Experten das zweckgerichtete Zusammenwirken zweier Personen gleicher oder unterschiedlicher Berufsgruppen, mit dem Ziel, die Kunden bestmöglich zu unterstützen. Gerade interdisziplinäre Kooperationen können einen enormen Mehrwert für den Kunden bedeuten. Patienten wünschen sich, dass Ärzte mit den Therapeuten und Trainern besprechen, was getan werden soll und in welcher Intensität. Doch dieses Idealbild kommt in der Realität nur recht selten vor. Der Leistungssportbereich ist dabei sicherlich eine Ausnahme, denn hier laufen meist deutlich klarere Absprachen innerhalb der Vereine. Aber selbst im Profi-Setting besteht noch viel Potenzial. Wenn die Klienten dann auch noch viel unterwegs sind und beruflich sowie privat in unterschiedlichen Städten sein müssen, dann wird es noch komplexer. Aber wie ein bekanntes Sprichwort so schön sagt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Anhand eines Praxisbeispiels zeigen zwei Kollegen aus der Branche, wie die fachliche Kooperation selbst über Stadtgrenzen hinweg funktionieren kann.

Als Expertin für neurozentriertes Training hat sich Luise Walther (LW) auf Schmerz- und Performance-Coaching sowie Edukation fokussiert. Nils Döse (ND) ist Osteopath, Physiotherapeut,Heilpraktiker und Gründer von Munique Performance, einer integrativen Praxis für Athletiktraining und Sporttherapie in München.

Wie kam es zu der Kooperation?

LW: Wir haben uns bei einer Weiterbildung kennen gelernt und sind seitdem sehr intensiv in den fachlichen Austausch getreten. Ich hatte einige Kunden, mit denen ich nicht die erwünschten Erfolge erzielte. Und zum Teil komme ich natürlich als Trainerin an meine fachlichen Grenzen. Manche Fälle gehören nach ärztlicher Absprache erst einmal in therapeutische Betreuung.