Für Schwindel gibt es unzählige Ursachen. Ein häufiger Auslöser ist die Canalolithiasis, bei der die Otholiten in den Bogengängen des Innenohres die typischen Beschwerden provozieren. Zu über 85 Prozent geschieht dies im posterioren Bogengang. Die Hypothese kann mit dem Dix-Hallpike-Test, der zugleich Goldstandard ist, verifiziert werden. Als Alternative gilt der Side-lying-Test.

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) entsteht durch eine Störung im Gleichgewichtsorgan. Dabei geraten Otolithen in einen Bogengang des Gleichgewichtsorgans (Canalolithiasis). Die im Bogengang frei beweglichen Partikel verlagern sich bei Kopfbewegungen weiter im Bogengang (Abb. 1). Setzen sich die Partikel direkt auf der Kupula ab, spricht man von einer Kupulolithiasis. Die Kupula ist ein gallertartiges Gebilde, welches für die Bewegungswahrnehmung des Kopfes zuständig ist. 

Die Bogengänge sind das Organ beziehungsweise die Rezeptoren zur Wahrnehmung von Winkelgeschwindigkeiten und die primären Sensoren bei der Kopfdrehung (1). Sie befinden sich im Vestibular- oder Gleichgewichtsorgan, das Teil des Innenohrs ist. Sie sind mit dem Utriculus verbunden, dem Sitz der Macula Utriculi, einem Sensor zur Erfassung linearer Beschleunigungen. Die Weiterleitung von Radialbewegungen werden durch die Strömung eines Fluids ausgelöst, der Endolymphe. Am häufigsten (85 bis 90 Prozent) lagern sich die Partikel im posterioren Bogengang ab. Durch Kopf- und Körperbewegung im Raum werden die Partikel im Bogengang verlagert, führen zu Fehlinformationen und damit zu Drehschwindelattacken, begleitet von einem typischen Nystagmus (1).