Skoliose-Patienten haben eine in unterschiedlichen Schweregraden dreidimensional verkrümmte und verdrehte Wirbelsäule. Bei leichten und mittleren Deformitäten ist Physiotherapie die zentrale Behandlungsmethode. Die Lebensqualität der Betroffenen hängt aber keinesfalls nur vom Grad der Verkrümmung und der Therapieform ab: Persönliche Faktoren und die Selbstwahrnehmung sind ebenfalls entscheidend. Um diese zu erfassen, liegt nun eine deutsche Version des QLPSD-Fragebogens vor.

Ein Beitrag von Meinald T. Thielsch, Mark Wetterkampund Tobias Schulte

Vorschau Spin Wirbelsäule 257815438
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Hintergrund

Wie es Patienten mit Rückenleiden geht, ist keine rein medizinische Frage. Bei der Behandlung von Personen mit idiopathischer Skoliose steht schlussendlich die Lebensqualität der Betroffenen als primäres Therapieziel im Vordergrund. Häufig wird bei der Bewertung des Schweregrades der Fokus ausschließlich auf die radiologische Bildgebung gelegt. Dennoch sollte nicht nur das Ausmaß der objektiv messbaren Krümmung eine Rolle spielen: Die im Anamnesegespräch manchmal etwas schwer erfassbare persönliche Situation der Betroffenen sollte ebenso berücksichtigt werden. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung sind das subjektive Empfinden und die Wahrnehmung der eigenen Situation der Patienten wichtig, insbesondere im Hinblick auf das Erleben der Skoliose-Erkrankung. Zur Objektivierung der Lebensqualität im klinischen Alltag sind allerdings bisher nur einige wenige validierte Fragebogen verfügbar. Im angloamerikanischen Raum wird der initial in Spanien entwickelte Fragebogen Quality of Life Profile for Spine Deformities (QLPSD) (1) neben dem Scoliosis Research Society-22 Questionnaire (SRS 22-r) (2) am häufigsten verwendet. Der QLPSD ist bereits in zahlreichen anderen Sprachen verfügbar, zum Beispiel in Französisch und Griechisch (1, 3–6), und wurde bisher vorrangig in Studien mit jugendlichen Patienten eingesetzt.