[jr] Prof. Dr. Wilhelm Bloch ist Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln und forscht in mehreren Projekten zu den Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung bei Sportlern. Bei klassischen sportmedizinischen Untersuchungen geht es um maximale Leistungsfähigkeit und darum, dem Körper die letzten Reserven zu entlocken und ihn bis zur Erschöpfung zu fordern. Bei Athleten kann nach einer überstandenen COVID-19-Infektion noch längerfristig eine Minderung der Leistungsfähigkeit beobachtet werden, die zu Beginn einer Belastung noch stärker ausgeprägt ist. Bloch sah – neben anderen Veränderungen, vor allem in der Lunge – derart verformte rote Blutkörperchen (Erythrozyten), dass man sie fast nicht mehr als solche erkennen konnte. Die Erythrozyten sind dafür zuständig, dass Sauerstoff von der Lunge in die Zellen gelangt. Auf den Mikroskop-Bildern hatten sie ungewöhnliche Fortsätze und viele von ihnen waren kleiner als üblich. Deshalb widmet sich Bloch in seiner Arbeit auch gezielt dem Schutz von Athleten vor den Folgen der Erkrankung. Er beteiligte sich an der Veröffentlichung eines Leitfadens für den Umgang mit und die Rückkehr von Athleten bei und nach überstandener Infektion. Darin wird angegeben, wann und wie die Sportler nach überstandener Infektion wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen können. Dieser Leitfaden soll ein Unterstützungsangebot für Athleten, Trainer und Sportmediziner sein, um Spätfolgen durch einen zu frühen Return-to-Sport zu vermeiden. 

Quelle: Nieß AM, et al. 2020. Position stand: return to sport in the current Coronavirus pandemic (SARSCoV-2 / COVID-19). Dtsch Z f Sportmed. 71: E1-E4