Interprofessionelles Arbeiten und Lernen ist in aller Munde. Doch rechnet sich der Aufwand auch? Sind alle Beteiligten zufrieden? Sind Schüler und Studenten hinterher besser am Patienten? Das interprofessionelle Lernprojekt „Einander schätzen – im Team versorgen: Interprofessionelle Pflege- und Therapieplanung“ an der Philipps-Universität Marburg zeigt auf, welche Schritte nötig sind und an welchen Stellschrauben künftig noch gedreht werden muss.

Masterplan 2020

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass sich die Anforderungen an die Gesundheitssysteme in Zukunft verändern beziehungsweise verschärfen (1). Daher bedarf es eines Gesundheitssystems, das bestehende Ressourcen effektiv nutzt und von der Zusammenarbeit der in ihm agierenden Professionen profitiert. Die Ausbildungen der Gesundheitsberufe, einschließlich der Humanmedizin, gehen auf dieses Ziel zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausreichend ein und bereiten nicht adäquat auf die beruflichen Anforderungen vor beziehungsweise wirken sogar entgegen (2). Der Masterplan 2020 zur Veränderung des Medizinstudiums macht das Thema zu einer zentralen Herausforderung der nächsten Jahre und fordert eine Implementierung von interprofessionellem Lernen in den Curricula der Studienordnungen der Fachbereiche der Humanmedizin. Im Rahmen des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes „Operation Team“ startete deshalb an der Philipps-Universität Marburg Ende 2016 ein interprofessionelles Lernprojekt (IPL): „Einander schätzen – im Team versorgen: Interprofessionelle Pflege- und Therapieplanung“. Kern des Projektes ist ein interprofessionell durchgeführtes Lernmodul mit Medizinstudierenden und Auszubildenden der Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Krankenpflege. Es wurde bis zum 30. September 2018 von der Robert Bosch Stiftung gefördert. In diesem Bericht werden die Stärken und Schwächen des Projekts beschrieben.