Diese japanische Studie untersuchte Patienten mit Claudicatio-Symptomen und einer im Röntgenbild sichtbaren zentralen lumbalen Spinalkanalstenose mit bilateralen Beinsymptomen. Die Physiotherapie bestand aus einmal wöchentlich Manueller Therapie über sechs Wochen, Dehnungs- und Kräftigungsübungen sowie Laufbandtraining mit Körpergewichtsentlastung. Zu den klinischen Zielgrößen gehörten Claudicatio-Symptome (Zurich Claudication Questionnaire – ZCQ), Schmerzen und Taubheit (Visuelle Analogskala – VAS), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36) und Funktion im Alltag (Japanese Orthopedic Association Back Pain Evaluation Questionnaire). Zwei Jahre nach Studienende klassifizierten die Forscher die Probanden anhand des Verlaufs in zwei Gruppen: eine Beobachtungsgruppe und eine OP-Gruppe, welche die Patienten umfasste, die sich aufgrund ihrer Beschwerden einer Operation unterzogen hatten. Von insgesamt 38 eingeschlossenen Patienten standen nach zwei Jahren noch die Daten von 28 zur Verfügung, sieben von ihnen hatten sich operieren lassen. Die Probanden der OP-Gruppe hatten einen höheren Body-Mass-Index. Sechs Wochen nach der Physiotherapie wiesen die Patienten der konservativen Gruppe in vielen Outcomes bessere Ergebnisse auf. Dieser positive Verlauf konnte aufrechterhalten oder noch weiter verbessert werden, es gab keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen nach zwei Jahren. Lediglich die körperliche Funktion im ZCQ hatte sich in der OP-Gruppe stärker verbessert als in der konservativen Gruppe. Die Autoren halten als Fazit fest, dass sich nach zwei Jahren die klinischen Outcomes zwischen konservativ und operativ versorgten Patienten mit lumbaler Spinalkanalstenose nicht wesentlich unterschieden.