Sollten Therapeuten im Anzug statt im lässigen T-Shirt behandeln? Nehmen Patienten uns je nach Outfit anders wahr? Wie viele Gedanken sollte man sich bezüglich seines Äußeren machen? Australische Physiotherapeuten aus der Gruppe von Lorimer Moseley wollten es genau wissen und befragten Patienten im Rahmen einer Rückenschmerzstudie. Was dabei herauskam, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Die Studie

Die australische Forschergruppe, angeführt von Adrian Traeger, stellte sich die Frage: Wie wirken sich verschiedene Kleidungsstile auf die vom Patienten wahrgenommene Glaubwürdigkeit des Therapeuten aus? Die Wissenschaftler führten dazu eine einfach verblindete, randomisierte, kontrollierte Studie mit 128 Probanden durch, die an akuten, nichtspezifischen unteren Rückenschmerzen litten und an der größeren PREVENT-Studie über Rückenschmerzen teilnahmen (1). Alle Patienten sollten an einem standardisierten Gespräch über ihre bevorstehende Therapie teilnehmen; diese Einweisung nutzten die Autoren, um ihrer Frage nachzugehen. Die Hälfte der Patienten (Experimentalgruppe) wurde von einem Physiotherapeuten in formaler Kleidung informiert: Er trug Anzug, Krawatte und einen Dienstausweis. Die Kontrollgruppe traf sich indessen mit einem Physiotherapeuten, der ihnen in Stoffhose, Poloshirt und ohne Ausweis dieselben Inhalte vorstellte. Das primäre Messergebnis der Studie bestand in den ersten vier Items des Credibility and Expectancy Questionnaire (CEQ), die sich auf die Glaubwürdigkeit einer Intervention beziehen. Die Autoren führten eine Intention-to-Treat-Analyse durch und testeten vier potenzielle Effektmoderatoren: Umfeld, Therapeut, Patientenalter und -geschlecht.