[js] Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne fordert ein radikales „Mehr“ an interdisziplinärer und gleichberechtigter Zusammenarbeit im Gesundheitswesen: „Die anhaltenden Diskussionen zur Substitution und Delegation ärztlicher Leistungen müssen im Interesse der Patienten unter den heutigen Gegebenheiten geführt werden, es geht hier nicht um Bestandsschutz [für Ärzte]“ (1). Offensichtlich sei in der derzeitigen Situation eine verantwortungsvollere Einbindung von nichtärztlichen Berufen in die unmittelbare Versorgung der Menschen längst notwendig: „Was in der Realität schon […] passiert, muss gesetzlich gesichert werden, um rechtliche Unsicherheiten auf Seiten der Patienten und Anbieter auszuräumen.“

Die Gründe, um Änderungen im System zu erreichen, seien vielfältig. Besonders offensichtlich sei, dass viele Patienten die Wartezeiten als deutlich zu lang empfänden. Darüber hinaus sei die Tatsache, dass Privatpatienten noch immer bei der Terminvergabe bevorzugt würden, eine spürbare Ungerechtigkeit. Ein Umdenken sei daher längst überfällig.

Viele Berufe aus dem ärztlichen Umfeld könnten aufgrund ihrer sehr guten Ausbildung besser in die Direktversorgung eingebunden werden. So könnten beispielsweise Pflegekräfte oder PTAs Ärzte und Apotheker entlasten. Ähnlich sei die Situation im Bereich der Heilmittelerbringer.

„Dabei müssen auch standesgemäße Gewohnheiten in Frage gestellt werden“, betonte Kühne. „Wir müssen uns trauen, neue Wege zu gehen. Die Zeiten, in denen wir alles wie früher machen können, sind deutlich vorbei.“

Literatur

1. Kühne R. 2019. „Machtansprüche“ im Gesundheitswesen abschaffen. Pressemitteilung vom 16.7.2019