Marketing
pt März 2022

Mehr Aufmerksamkeit bei YouTube

Rund 2,3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt nutzen aktiv jeden Monat das Portal YouTube. Damit stellt es die größte Videoplattform dar und zählt direkt nach Google zur zweitgrößten Suchmaschine weltweit.

Ein Beitrag von Andreas Karasek
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Stock-Asso / shutterstock.com

Durch einen eigenen YouTube-Kanal oder auch die Schaltung von Werbeanzeigen lassen sich viele Menschen erreichen. Dabei wächst die Relevanz von Videoinhalten seit Jahren an. Die Gründe dafür liegen nicht nur in der steigenden Anzahl der YouTube-Nutzer, sondern auch darin, dass Videocontent anderweitig einsetzbar ist. So können kurze Clips in den Social-Media-Kanälen eingebunden werden, aber auch auf der eigenen Website bringen sie einen positiven Nutzen. Sie sorgen etwa für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen. Das Kerninstrument für die Indexierung von Suchmaschinen stellen sogenannte Crawler dar. Sie gelangen beispielsweise über Hyperlinks anderer, bereits indexierter Websites auf eine Seite, lesen die Informationen vollständig aus und verschlagworten sie mithilfe von Algorithmen. Eine Mischung aus Text-, Bild- und Videocontent bewerten die Crawler als ansprechend für Nutzer und verbessern daher die Position der Website in der Ergebnisliste der Suchmaschine, sodass potenzielle Patienten eher darauf stoßen. Darüber hinaus werden YouTube-Videos auch häufig in den Suchmaschinen selbst angezeigt – das lässt wiederum zusätzlich die Besucherzahlen wachsen. Ein weiterer Vorteil von Videoinhalten liegt darin, dass das Gehirn Videos wesentlich besser verarbeitet und sich komplexe Informationen anschaulich transportieren lassen. Videos lösen mehr Emotionen und damit eine stärkere Bindung aus und vor allem bleiben die Inhalte oft besser im Gedächtnis. Diese Vorteile deuten darauf hin, dass sich die Sehgewohnheiten auch in Zukunft weiter in Richtung Bewegtbild verändern werden – über alle Alters- und Gesellschaftsgrenzen hinweg. Daher sollten sich Physiotherapeuten insbesondere als Heilmittelerbringer unbedingt die Frage stellen, wie sie durch Videos Content platzieren können, um hochwertige Leads zu generieren. Denn gerade im Bereich der Physiotherapie lässt sich so ein Expertenstatus etablieren, der auch zu einer wachsenden Patientenzahl führen kann. In diesem Sinne bieten sich verschiedenste Inhalte für YouTube an. Es können einerseits Übungen vorgestellt werden, die Nutzer einfach zu Hause ausprobieren können. Andererseits kann auch der Blick hinter die Kulissen des täglichen Arbeitslebens interessant sein.

Gute Videos sind keine Zauberei

Im Gegensatz zu Google handelt es sich bei YouTube eher um eine Art Empfehlungssuchmaschine. Häufig beginnt der Besuch auf der Plattform zwar mit einer konkreten Suche, läuft jedoch dann über vorgeschlagene Videos weiter. Daher gilt es bei YouTube zwar zum einen, eine geeignete SEO-Strategie zu nutzen. Zum anderen entscheidet aber auch der Content über das Ranking. Wer Videos produziert, die von den Nutzern gern gesehen werden, wird auch von der Plattform weiterempfohlen. Als einen der wichtigsten Ranking-Faktoren bewertet YouTube dabei die sogenannte Watchtime. Sie setzt sich zusammen aus der Anzahl der Aufrufe multipliziert mit der konsumierten Video-Zeit. Das bedeutet nicht, dass ein Video nun so lang wie möglich sein soll, um diesen Wert künstlich zu erhöhen. Idealerweise hat ein Clip etwa eine Länge von acht Minuten. Damit die Absprungrate so niedrig wie möglich ausfällt, sollte natürlich eine angemessene Videoqualität inklusive guter Ton selbstverständlich sein. Dafür muss nicht sofort das teuerste Equipment gekauft werden, denn bereits im unteren Preissegment finden sich gute Mikros und selbst einigermaßen aktuelle Handys nehmen gute Videos auf. Ob ein User das Video tatsächlich als interessant empfindet oder nicht, entscheidet sich in den ersten 15 Sekunden. Ein ansprechender, informativer Einstieg eignet sich daher besser, als sich direkt am Anfang in langen Erklärungen zu verlieren. Außerdem bietet es sich an, die Nutzer durch sogenannte Karten auf bestimmte Seiten weiterzuschicken. Insgesamt lassen sich so bis zu fünf klickbare Fenster im Laufe eines Videos hinzufügen, wobei sich jedoch besonders eines am Ende des Videos empfiehlt, um beispielsweise Interessierte auf die eigene Homepage weiterzuleiten, damit sie dort direkt einen Termin vereinbaren können. Unabhängig davon sollte der Protagonist des Videos die Nutzer am Ende auch zu einer Bewertung, einem Kommentar oder einem Abonnement auffordern, um die Interaktionsrate zu erhöhen.