Anna zog sich beim Sport eine Meniskusläsion zu. Der Orthopäde bespricht mit ihr die mögliche Operation, informiert sie aber auch über die Option einer konservativen Therapie. Nun hat Anna die Qual der Wahl – sie will es ja richtig machen. Soll sie sich gleich operieren lassen oder es doch erst mit Physiotherapie und progressivem Training versuchen?

Mit einer Inzidenz von rund 14 Prozent stellen Meniskusläsionen eine große Anzahl der Verletzungen am muskuloskelettalen Bewegungsapparat dar (1) und sind die häufigste Ursache für Operationen am Kniegelenk (2). Mittlerweile gibt es verschiedene Ansichten hinsichtlich der Therapie. Wie ist der Effekt der konservativen Therapie im Vergleich zur OP bei degenerativem Meniskusriss? Diese Frage soll im Folgenden anhand des Knee Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) beantwortet werden. 

„Eine Meniskusläsion liegt vor, wenn die Kontinuität von Meniskusgewebe unterbrochen ist bzw. die Funktion gestört ist“, so eine Leitlinie für Meniskuserkrankungen (3). Zu den Symptomen gehören neben Knieschmerzen ohne vorangegangenes Trauma meist ein hörbares Klicken, Druckempfindlichkeit am medialen Gelenkspalt und ein positiver McMurray-Test. Eine Einschränkung der Beweglichkeit ist selten, aufgrund einer Blockierung durch verdrängtes Meniskusgewebe kann dies jedoch auftreten (4).