Bei Meniskusteilresektionen gibt es in der Regel klare Standards für die Nachbehandlung – eine progressive Vorgehensweise ist in der Therapie angebracht. Bei Patienten nach Meniskusnaht sind die Empfehlungen weniger klar, zum Beispiel hinsichtlich der erlaubten Mobilisierung des Gelenkes und der Körpergewichtsbelastung auf das operierte Bein. Eine aktuelle Studie aus den USA beschäftigte sich mit der Frage, wie die optimale postoperative Physiotherapie aussehen sollte.

Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner

Im Vergleich zur Meniskusteilresektion soll die Meniskusnaht die Gefahr einer frühzeitigen Arthrose verringern. Die optimale Nachbehandlung – progressiv oder restriktiv – ist allerdings nicht geklärt im Hinblick auf erlaubte Gewichtsbelastung, freigegebenes Bewegungsausmaß oder die Verwendung von Orthesen. In einer Studie untersuchten US-Wissenschaftler, ob und in welchem Maße sich physiotherapeutische Nachbehandlungspläne nach Meniskusnaht inhaltlich unterscheiden (1). Dazu recherchierten sie nach online verfügbaren, wissenschaftlich fundierten postoperativen Nachbehandlungsstandards, die offiziell als Rehabilitationsprogramme deklariert worden waren. Zusätzlich schlossen sie die ersten zehn Treffer einer Suche bei Google ein, die ein Patient mit der Suchstrategie „meniscal repair physical therapy protocol“ finden würde. Ausgeschlossen wurden Programme für Kinder, Programme für Patienten, die nicht isoliert am Meniskus, sondern zum Beispiel auch am vorderen Kreuzband operiert worden waren, und Therapieschemata, die den Zeitpunkt der postoperativen Nachbehandlung nicht klar benannten. Die Forscher prüften jedes Programm darauf, ob es verschiedene Komponenten enthielt, zum Beispiel eine Beschreibung präoperativer Maßnahmen, des zeitlichen Timings der Gewichtsbelastung auf die operierte Seite, eine Darstellung der empfohlenen Gleichgewichts- und Kräftigungsübungen, des erlaubten Bewegungsausmaßes und eventueller zusätzlicher postoperativer Maßnahmen wie Bewegungsschiene oder Orthese. Auch beurteilten sie, ob Informationen zur adäquaten Progression der Therapie und Rückkehr zum Sport enthalten waren.