[jr] Die Assoziation zwischen sportlicher Betätigung und einem reduzierten Risiko, an Krebs zu erkranken, beziehungsweise im Falle einer Erkrankung, diese zu überstehen, ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Es konnte gezeigt werden, dass das Serum gesunder, Sport treibender Menschen die Proliferation von Krebszellen inhibiert und deren Apopotose aktiviert. Dieser Fakt lässt vermuten, dass bestimmte Mechanismen, welche das Wachstum von Krebszellen regulieren, durch körperliche Aktivität beeinflusst werden. Ein Forscherteam analysierte nun das Serum von Patienten, welche an Prostata- beziehungsweise Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium erkrankt waren. Hierzu ordneten sie die Patienten ihrer Erkrankung entsprechend zwei Interventionsgruppen zu. Beide Gruppen führten über einen Zeitraum von 12 Wochen zweimal wöchentlich Ganzkörper-EMS mit einer Dauer von 20 Minuten pro Session (Frequenz 85 Hz; Pulsdauermodulation 350 µs; Stimulation 6 s; Pause 4 s) durch. Verglichen wurden beide Interventionsgruppen mit Kontrollgruppen, welche kein EMS-Training absolvierten. Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass das Serum der Patienten der Interventionsgruppe die Proliferation der Krebszellen inhibierte und deren Apoptose verstärkte. Die Ergebnisse dokumentieren den starken Effekt der anti-onkogenen Effekte von körperlicher Aktivität und unterstützen die Anwendung regulärer therapeutischer Übungen während einer Krebserkrankung.

Quelle: Schwappacher R, et al. 2020. Physical activity and advanced cancer: evidence of exercise-sensitive genes regulating prostate cancer cell proliferation and apoptosis. The Journal of Physiology. Volume 598; 18: 3871-3889