Der demografische Wandel und seine gesellschaftlichen und politischen Folgen sind in den letzten 15 Jahren omnipräsent. Medien berichten über Pensionierungswellen oder einen späteren Renteneintrittsbeginn, die Gesundheitspolitik diskutiert über die Folgen des Pflegekräftemangels. Diesen Herausforderungen müssen wir auf der Ebene der Gesellschaft und des einzelnen Individuums proaktiv begegnen.

Gesundheitskosten eindämmen

Bewegungsförderungsprogramme können für die Kostenträger eine Eindämmung der Gesundheitskosten bewirken und die körperliche sowie kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer fördern. Vor allem der Erhalt oder die Verbesserung von Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität im Alter stellt für die Gesundheitspolitik eine Herausforderung dar, der sich auch die Forschung angenommen hat. Ausgehend von wissenschaftlichen Ergebnissen insbesondere der letzten Dekade bietet dieser Artikel eine Arbeitsgrundlage für Kollegen, die bei älteren Menschen Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität erhalten oder optimieren möchten. Der Autor stellt das evidenzbasierte Bewegungsförderungsprogramm „Systemisch-Medizinisches Mobilitätstraining bei Senioren“ (SMMS) vor und erklärt mithilfe von empirischer Literatur Dosis-Wirkungs-Beziehungen von Trainingsreizen, um daraus spezifische Empfehlungen für die Praxis aufzuzeigen. Eine Expertengruppe aus Physiotherapeuten, Bewegungs- und Sportwissenschaftlern sowie von der Akademie für Physiotherapie und Trainingslehre hat das Konzept entwickelt (1–3).