Die Untersuchung ist neben der Anamnese eine wichtige Voraussetzung für die Therapie. Der Autor ist Experte für neurologische Assessments und gibt Ihnen einen umfassenden Einblick in deren sinnvolle Verwendung bei neurologischen Patienten. An einem Fallbeispiel verdeutlicht er den optimalen Einsatz von Assessments zur individuellen Beurteilung der Mobilität im Alltag einer Patientin.

Die routinemäßige Verwendung von Assessments zur Dokumentation und Kommunikation von Veränderungen der Patienten hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt und nimmt stetig zu (1, 2). Physiotherapeuten lernen schon in der Grundausbildung eine Vielzahl von Messinstrumenten sowie deren Gütekriterien kennen und sind in der Lage, in Abhängigkeit von Diagnose / Störungsbild und Verwendungszweck (Diagnostik, Verlauf, Prognose) eine sinnvolle Auswahl zu treffen.

Während beispielsweise für die Neurorehabilitation in den 80er- und 90er-Jahren in der Regel lediglich englischsprachige Assessmentsammlungen vorlagen (3, 4), wurde durch Masur in den 90er-Jahren eine erste, zumindest teilweise auf Deutsch verfasste Sammlung an Messinstrumenten veröffentlicht (5). Schädler et al. präsentieren seit 2006 in ihrer Buchreihe neben den eigentlichen Messinstrumenten, Manuals und Checklisten auch erste Bewertungen und Empfehlungen für Assessments hinsichtlich Gütekriterien und sinnvollen Einsatzmöglichkeiten beziehungsweise alternativen Instrumenten (6-8). Innerhalb dieser wurde erstmals auch systematisch eine Verknüpfung mit der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) (9) verwendet: Items der Messinstrumente wurden mit ICF-Klassifikationen verbunden, um Anwendern ergänzende Informationen zur Anwendung zu geben.