[jr] Wissenschaftler aus den USA haben in ihrer populationsbasierten, prospektiven Kohortenstudie herausgefunden, dass geringer bis moderater Alkoholkonsum einen positiven Einfluss auf die kognitive Funktion zu haben scheint. Im Rahmen der Studie wurden die Daten von fast 20.000 Menschen aus den USA ausgewertet. Bei der Studie handelte es sich um eine Sekundäranalyse der „Health and Retirement Study“ (HRS), deren Teilnehmer seit 1992 alle zwei Jahre allgemeinmedizinisch untersucht werden. Die vorliegende Analyse wertete nur Daten der dritten Erhebungswelle (1996 und später) aus. Alle Teilnehmer, die zu Beginn der Studie 65 Jahre und älter waren, mussten auch kognitive Funktionstests durchführen. Evaluiert wurden die Worterinnerung, der Wortschatz und der sogenannte mentale Status. Ziel der Analyse war es, herauszufinden, welchen Einfluss ein geringer bis moderater Alkoholkonsum auf die kognitive Funktion hat und ob diese zwischen der mittleren Lebensphase und im Alter Veränderungen erfährt. Geringer bis moderater Alkoholkonsum war definiert als weniger als acht Drinks pro Woche bei Frauen und weniger als 15 Drinks pro Woche bei Männern. Studienteilnehmer mit diesem Trinkverhalten wurden hinsichtlich der Entwicklung ihrer kognitiven Funktion mit Nichttrinkern und starken Trinkern verglichen. Es zeigte sich, dass leichter bis moderater Alkoholkonsum mit einer höheren kognitiven Funktionskurve und einer geringeren kognitiven Abbaurate einherging. 

Quelle: Zhang R, et al. 2020. Association of low to moderate alcohol drinking with cognitive functions from middle to older age among US adults. JAMA Netw. Open 3, 6: e207922