Bei Personen mit Morbus Parkinson besteht die Gefahr, kognitiv abzubauen. Wissenschaftler aus Kanada untersuchten nun, welche Übungsintervention dies verlangsamen kann. Dazu teilten sie 76 Patienten mit und ohne kognitive Einschränkungen zufällig in drei Gruppen ein: 1) aerobes Training, 2) zielorientierte Übungen und 3) Kontrollgruppe. Die ersten beiden Gruppen übten für zwölf Wochen dreimal wöchentlich eine Stunde lang. Die Kontrollpersonen setzten ihre alltäglichen Aktivitäten fort. Die kognitiven Funktionen wurden mit neuropsychologischen Tests gemessen. Unabhängig von der Ausgangssituation (kognitiv eingeschränkt oder nicht) verbesserten die Probanden der Gruppe mit aerobem Training ihre inhibitorische Kontrolle, also die Fähigkeit, impulsive Reaktionen zu hemmen; die anderen beiden Gruppen zeigten keine Verbesserung. Während sich die Kontrollpersonen im Follow-up verschlechterten, bewahrten sich die kognitiv beeinträchtigten Probanden in der Gruppe mit aerobem Training ihre Fähigkeit, flexibel zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln (Set-Shifting). Aerobes Training scheint also bei Personen mit Morbus Parkinson effektiver die Kognition zu verbessern als ein zielorientiertes Training, egal, ob bereits kognitive Einschränkungen vorliegen oder nicht.