Forschung & Evidenz: Evidenz-Update
pt Juni 2022

Morbus Parkinson: Ist Bewegungsbeobachtung effektiv zur Verbesserung der Funktion?

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Während der aktiven Beobachtung betrachten Patientinnen und Patienten menschliche Bewegungen und versuchen, diese im Anschluss zu imitieren. Bisher liegen nur wenige Studien zur Effektivität von Bewegungsbeobachtung (Action Observation, AO) bei Parkinson vor. Zudem mangelt es aufgrund der Diversität der Interventionen an konkreten Aussagen bezüglich der Auswirkungen von Therapiehäufigkeit und Charakteristika auf die Effektivität der Behandlung. In dieser Übersichtsarbeit untersuchte das Forschungsteam AO-Protokolle, welche bei Parkinson angewendet werden und diskutierte die Vorzüge der einzelnen Interventionen und Outcomes in Relation zu deren Effektivität. Die verwendeten Publikationen wurden durch eine Datenbankrecherche ermittelt.

Sieben randomisierte kontrollierte Studien mit 227 Teilnehmenden und einem mittleren Pedro-Score von 6,7 wurden inkludiert und folgende Daten daraus extrahiert: Patienten-Charakteristika, Behandlungseigenschaften, Ergebnismessung und Hauptergebnis. Die analysierten Studien berichteten über positive Effekte von AO bei Parkinson-Patienten, vor allem auf die Gehfähigkeit und typische motorische Symptome, beispielsweise Freezing of Gait. Zu den Eigenschaften der Interventionen gab es in den Studien die meisten Unstimmigkeiten. Insgesamt betrachtet verbesserte AO die funktionellen Fähigkeiten und die motorische Kontrolle. Die Häufigkeit der Interventionen und die Charakteristika des Stimulus spielten hierbei eine entscheidende Rolle für die Effektivität.

Quelle: Giannakopoulos I, et al. 2022. The effects of action observation therapy as a rehabilitation tool in parkinson’s disease patients: a systematic review. Int. J. Environ. Res. Public Health 19, 6: 3311

Link zum Abstract:pt.rpv.media/ncbi3532900

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pt Juni 2022

Erschienen am 10. Juni 2022