Eine Studie aus Italien sagt ja. Die Forscher führten eine einfach verblindete, randomisierte, kontrollierte Studie mit 51 Patienten durch, deren Parkinson-Erkrankung mithilfe der Kriterien nach Gelb diagnostiziert wurde. Motorische Symptome wurden anhand der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale III bewertet. Einschlusskriterien waren: ein geringes Sturzrisiko, ausreichende motorische Voraussetzungen, keine kognitiven Beeinträchtigungen (Mini-Mental State Examination Score>25) und keine Änderung der Medikation während der Intervention. Ausschlusskriterien waren sekundärer Parkinsonismus oder atypische Parkinson-Symptome, schwerwiegender Gehörverlust, visuelle Defizite und schwere Komorbiditäten, welche die Teilnahme an den Übungsprogrammen verhinderten. 
Die Patienten wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. 26 Probanden bekamen eine konventionelle Therapie, 25 erhielten eine Virtual Reality Intervention (VR), die auf einem optoelektronischen Infrarot-Gerät basierte, welches es den Patienten erlaubt, Übungen in virtueller Umgebung mit voller Audio-Immersion durchzuführen. Die Patienten führten die Übungen im Stehen aus, eine Infrarot-Kamera registrierte ihre Bewegungen. Das System war mit einem Wandprojektor verbunden, das VR-Programm bestand aus sieben verschiedenen Übungen für die Koordination der oberen und unteren Extremitäten sowie die Rumpfkontrolle. Im Folgenden Beispiele aus dem Übungsprogramm:

  • Patienten sollten eine sich auf dem Bildschirm bewegende Trompete berühren. Diese verschwand daraufhin und es ertönte ein akkustisches Signal.
  • Patienten sollten eine virtuelle Rose berühren. Der Therapeut bestimmte hierbei die Distanz zwischen Zielobjekt und Patient.
  • Patienten sollten einen Hund zu allen vier Ecken des Bildschirms führen. Hierbei konnten sich die Patienten frei im Raum bewegen.
  • Patienten sollten zufällig auf den Bildschirm projizierte Eier so schnell wie möglich berühren. Dadurch verschwanden die Eier und es ertönte ein akkustisches Signal.
  • Patienten sollten einen Maulwurf fangen. Dabei war unbekannt, aus welchem Loch er kommen würde.
  • Patienten sollten eine vorgegebene motorische Übung durchführen. Dabei mussten sie die Balance zwischen zwei lateral platzierten Balken halten. Bei Berührung ertönte ein akkustisches Signal.
Hinweis

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Quelle: Pazzaglia C, et al. 2020. Comparison of virtual reality rehabilitation and conventional rehabilitation in Parkinson’s disease: a randomised controlled trial. Physiotherapy 106: 36-42

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