Kinder mit geringen motorischen Defiziten werden im Alltag oft als tollpatschig oder ungeschickt angesehen – dabei könnte auch eine Entwicklungsstörung die Ursache sein. Im interdisziplinären Team kann die Physiotherapie Einfluss auf vorhandene Defizite nehmen. Die verbesserten motorischen Fähigkeiten haben auch noch im Erwachsenenalter Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Relevanz

Die UEMF ist eine Erkrankung mit hohem Leidenspotenzial für die Betroffenen (1). Die Störung ist wenig anerkannt: Die Symptome werden häufig verharmlost, Kinder mit UEMF gelten als lediglich ungeschickt und werden verlacht (2). Eine Prävalenzstudie (3) stellte einen Anstieg bei den kindlichen Entwicklungsstörungen fest. Zwischen 1990 und 2007 nahmen die relevanten motorischen Koordinationsstörungen bei Jungen von 2,5 Prozent auf 8,9 Prozent zu, bei Mädchen von 0,8 Prozent auf 3,6 Prozent. Da die Standardabweichung dieser Prozentsätze unter 0,15 Prozent liegt, werden die Änderungen als statistisch hoch signifikant eingestuft. Die Studie wurde mit den veröffentlichten Ergebnissen des Landesinstituts für den öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) über die Schuleingangsuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen der Jahre 1990 bis 2007 durchgeführt. Die Prävalenz der motorischen Koordinationsstörungen hat sich in 18 Jahren in Nordrhein-Westfalen bei den Jungen verdreifacht und bei den Mädchen vervierfacht.