Bildgebende Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten, dem Gehirn bei der Arbeit zuzuschauen. So können Forscher unter anderem die Prozesse der neuronalen Plastizität im Gehirn evaluieren, die zum Beispiel bei Menschen mit Multipler Sklerose (MS) durch Physiotherapie hervorgerufen werden. Bisher standen vor allem aufgabenorientierte Therapiestrategien und Ausdauertraining im Fokus. Welche Wirkungen neuropropriozeptive Ansätze auf neuronaler Ebene im Gehirn hervorrufen, wurde bisher unzureichend untersucht. Hier diskutieren Experten über verschiedene Veränderungen, zum Beispiel die Entstehung neuer Synapsen, die Beeinflussung der Neurogenese, eine Veränderung im Hinblick auf die Balance zwischen Inhibition und Exzitation sowie eine kortikale Reorganisation. Die Vorgänge im Zusammenhang mit MS auf diesen Ebenen zu beeinflussen ist eine wichtige Aufgabe für die Therapie. Insbesondere neuropropriozeptive Ansätze haben hier möglicherweise großes Potenzial.