Hier die Ergebnisse aus einer physiotherapeutischen Privatklinik in Oslo: Obwohl Dauerpatienten aktiver waren im Hinblick auf Maßnahmen zum Erhalt oder zur Verbesserung der Gesundheit (Reha- und Präventionsangebote), hatten sie geringere interne Kontrollüberzeugungen und größeren emotionalen Distress als Patienten, die nur unregelmäßig Physiotherapie beanspruchten. Die internen Gesundheitskontrollüberzeugungen und die Selbstwirksamkeit standen dabei in engem Zusammenhang: Je schlechter die Kontrollüberzeugungen waren, umso geringer war auch die festgestellte Selbstwirksamkeit. In dieser Studie wurden 507 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren (durchschnittlich 46 Jahre, 70 Prozent weiblich, mehr als 61 Prozent mit chronischen Schmerzen) mit muskuloskelettalen Beschwerden im Bereich von Nacken, Schulter, Rumpf und Beinen untersucht. Verwendete Assessments waren der Health Education Impact Questionnaire (heiQ) zur Feststellung der Selbstkompetenz und die Health Locus of Control Scale (HLCS) zur Erhebung der subjektiven Gesundheitskontrollüberzeugung (siehe Kasten). Es zeigte sich, dass die internen Kontrollüberzeugungen bei jüngeren Patienten höher waren als bei Älteren. Zudem wurde festgestellt, dass der Bildungsstand eine Auswirkung darauf hat, ob jemand den äußeren Umständen mehr Einfluss zuspricht als der eigenen Person: Je geringer der Bildungsgrad, umso mehr wurde an äußere oder zufällige Lebensumstände und Einflüsse geglaubt. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass die Selbstwirksamkeit von Dauerpatienten in der Therapie gestärkt werden sollte.