Durch neue Behandlungsansätze aus der Faszientherapie verändern sich auch die „klassischen” physiotherapeutischen Herangehensweisen. Unser Autor ist Physiotherapeut und Faszienexperte: Anhand eines Fallbeispiels zeigt er die Therapie eines „HWS-Syndroms”. Wir haben die Behandlung auf einer Messe nachgestellt und dazu ein vertiefendes pt-Fachvideo gedreht.

Ein Beitrag von Günter Lehmann

Der folgende Fallbericht beschreibt die Therapie einer 35-jährigen Bürofachkraft mit zervikozephalem Syndrom. Dazu gehören sowohl der Einsatz von instrumentengestützter Faszientherapiea als auch ein fasziengymnastisches Übungsprogrammb für die Halswirbelsäule (HWS).

Zervikal- und zervikozephales Syndrom

Als Physiotherapeut bekommt man sehr häufig Verordnungen mit der „Diagnose” Zervikalsyndrom. Dabei handelt es sich um keine exakte Diagnose, sondern um einen Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden in der Schulter-HWS-Region. Die Patienten berichten über Einschränkungen beim Bewegen des Kopfes und ein starkes Verspannungsgefühl im Schulter-Nacken-Bereich; besonders die HWS-Rotationen und -Seitneigungen sind beeinträchtigt. Klagen die Patienten auch über vermehrte Kopfschmerzen, speziell als Spannungskopfschmerz im Hinterhauptsbereich, diagnostizieren Ärzte häufig ein zervikozephales Syndrom.