Wie wirkt sich der verstärkte Einsatz von Physiotherapie auf der Normalstation bei Patienten aus, die auf der Intensivstation künstlich beatmet wurden? Gibt es positive Effekte auf Lebensqualität, Alltagsaktivität und Mortalität? Darüber besteht bislang kein Konsens.

Eine Forschergruppe aus Japan hat nun eine systematische Übersichtsarbeit zu dieser Thematik veröffentlicht, wobei sie den GRADE-Ansatz (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) verfolgte. Die Recherche nach relevanter Literatur wurde in Anlehnung an das Cochrane-Handbuch und die PRISMA-Richtlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analysis) durchgeführt. Die Forscher durchsuchten bekannte wissenschaftliche Datenbanken nach relevanten Studien, erstmals im Dezember 2017 und erneut im Januar 2019. Einschlusskriterien hierbei waren ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Intensivstationsaufenthalt von mindestens 48 Stunden, wobei die Patienten davon mindestens 24 Stunden künstlich beatmet worden sein mussten. Das Interventionssetting (stationär oder ambulant) war hierbei nicht relevant. Ausgeschlossen wurden Patienten in der Palliativpflege und Patienten mit Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen oder instabilen Frakturen. Als Intervention galt dabei jede Art von Reha-Protokoll nach Entlassung von der Intensivstation, das früher begann und / oder intensiver war als die Versorgung in der Kontrollgruppe.