Seit meinem Sportunfall waren drei Wochen vergangen, die Kreuzbandplastik stand bevor. Die Angst war tatsächlich gering, denn ich hatte mich informiert, Kollegen befragt, Evidenz recherchiert, die Vor- und Nachteile abgewogen. Ich war mir sicher, hoffte auf Besserung der störenden Einschränkungen. Nun begann die Zeit, in der ich mehr Patientin und weniger Therapeutin sein würde.

Operationstag

Gibt es auch Sekt?

Die Begrüßung am Empfang des ambulanten Operationszentrums war sehr freundlich, die Atmosphäre entspannt. Es wirkte auf mich wie der Beginn eines schönen Urlaubs, fehlte nur noch ein Glas Sekt. Seit dem Vorabend hatte ich allerdings nichts gegessen, morgens nur einen Schluck Wasser getrunken. Kurz darauf saß ich mit Hemdchen, Höschen, Häubchen und orange bepinseltem Bein sowie Ibuprofen intus im Vorbereitungsraum und wartete. Der Anästhesist sah nach mir, der Operateur markierte das rechte Bein. In Begleitung ging ich in den OP-Raum, lagerte mein Bein. Der Anästhesist fragte mich noch ungläubig vor der Narkose: „Spielen Sie Fußball?“ Ich antwortete: „Nein, ich bin nach einem schönen gesprungenen Fußtritt beim Karate schlecht gelandet.“ Er fragte weiter: „Oh, muss ich da Angst vor Ihnen haben?“ Ich entgegnete schon schwerfällig: „Nein, nun bin ich Ihnen ja ausgeliefert“, und schlief ein.