Eine unglückliche Landung beim Karate führte zur Ruptur des vorderen Kreuzbands – und machte aus mir als Physiotherapeutin eine Patientin. Von meinen Erlebnissen vor und nach der Operation habe ich bereits in früheren Ausgaben der pt berichtet; dies ist nun der letzte Teil des physiotherapeutischen Erfahrungsberichts, in dem Therapeutenkenntnisse auf Patientenerfahrungen treffen.

Ambulante Rehabilitation – „Ist doch nicht nötig …“

Die Operation der vorderen Kreuzbandruptur (VKR) lag vier Monate zurück, 18-mal Krankengymnastik und Lymphdrainage waren erfolgt. Ich konnte wieder Rad und Inliner fahren. Treppe hinuntersteigen ohne schmerzbedingte Ausweichbewegung oder schnell gehen ohne hinken gelangen mir jedoch nicht. Das schränkte mich ein, ich war nicht komplett alltags- und arbeitsfähig. Ein Rezept mit Krankengymnastik am Gerät und zwei Terminen für jeweils 60 Minuten in der Woche erachtete ich in meinem Fall als nicht zielführend. Zum einen hatte ich bemerkt, dass meine behandelnden Physiotherapeuten nicht gerade auf ein progressives Training spezialisiert waren. Zum anderen trainierte ich ja bereits, verbesserte Koordination, Beweglichkeit und Kraft – es reichte jedoch nicht. Ich brauchte ein geplantes Training, auf dessen Stand ich danach selbst weitertrainieren konnte. Deswegen zog ich eine ambulante Rehabilitation in Erwägung.