Mist, das vordere Kreuzband ist gerissen! Die Vermutung lag nahe, als nach dem Sportunfall die vordere Schublade im Stand bei purer Belastung des Knies ausgelöst werden konnte. Der Verdacht der vorderen Kreuzbandruptur (VKR) war leider richtig. Als Physiotherapeutin gingen mir diverse Tests, Operationen und Reha-Konzepte durch den Kopf. Genau ein Jahr ist seitdem vergangen – Zeit für einen Rückblick und den physiotherapeutischen Erfahrungsbericht als Patientin.

Schlecht gelandet

Es ist Donnerstagabend und Zeit fürs Karatetraining. Gleich nach der Erwärmung folgt das Kumite, der freie Kampf. Früher kämpfte ich mit Vollkontakt, jetzt nicht mehr. Aber meine Gegnerin hat Angst und weicht aus. Das Letzte, woran ich mich noch erinnern kann, ist, dass ich den Sprung länger ausführen wollte, um die Entfernung zu überbrücken. Das war ein Fehler – denn offensichtlich war ich schon bei der Landung. Ich fand mich am Boden wieder. Das rechte Knie tat einen Moment lang weh, ein kurzes Reißen hatte ich gespürt. Ich humpelte zum Rand der Turnhalle. Alle anderen standen um mich herum, waren besorgt, sprachen von Kühlen und einem Arzt. Ich beruhigte sie und erklärte, dass es mir gut gehe, ich ja Physiotherapeutin sei und sie weiter trainieren könnten.