[mk] Betacarotin, Vitamin D oder Fischöl: Die Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln ist reichhaltig. Gerade für Herzpatienten sollen sie förderlich sein, ist doch immer wieder von positiven Effekten auf Herz und Kreislauf zu lesen. Doch sollten solche Produkte nicht leichthin und ohne ärztliche Empfehlung eingenommen werden. „Eine unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann schädlich sein“, warnt Prof. Dr. med. Hans Hauner vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Eine bedeutende Rolle für die Herzgesundheit schreiben Experten der Ernährung zu. So kann eine mediterrane Ernährungsweise die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse aufgrund zugehöriger Erkrankungen um etwa 30 Prozent verringern. Allerdings kann vor allem im stressigen Alltag eine solche Ernährung für viele Menschen schwierig sein. Wenn Gemüse, Obst oder pflanzliche Öle zu kurz kommen, scheint für viele der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln ein probates Mittel zum Ausgleich zu sein. Insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettreichem Fisch vorkommen, sollen laut Herstellern eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit haben. Jedoch spreche die derzeitige Studienlage nicht für einen solchen Nutzen, so Hauner. Wer sich gesund ernähre, nehme bereits ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich.

Durch eine langjährige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zeigte sich bei anderen Nährstoffen sogar ein negativer Effekt, weshalb Herzpatienten bei der Einnahme entsprechend zurückhaltend sein sollten. Laut der HOPE-Studie 2005 kann die langfristige Einnahme von Vitamin-E-Kapseln das Risiko einer Herzschwäche erhöhen. Außerdem war kein Effekt auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen messbar.

Literatur

Hauner H, et al. 2020. Herzschutz aus der Kapsel? HERZ heute 2/2020