Therapie
pt Juli 2018

Neurogenes Thoracic-outlet-Syndrom

Ein Fallbericht

Muskelzittern im Bereich der oberen Extremität bei Bewegungen, stechende, belastungsabhängige Schmerzen im Verlauf des M. trapezius descendens – vor allem beim Tragen von schweren Gegenständen – und konstante Parästhesien in den Fingerkuppen sowie eine dorsale Sensibilitätsminderung in Zeige- und Mittelfinger. Das sind die Symptome der Patientin in diesem Fallbericht. An welche Diagnose denken Sie zuerst? Welche Tests würden Sie durchführen, welche Behandlungsmaßnahmen einsetzen? Die Autoren zeigen Ihnen ihre Vorgehensweise im Therapieprozess.

Ein Beitrag von Andrea Martina Aegerter und Hannu Luomajoki
Lesezeit: ca. 10 Minuten

Einleitung

Definition und Entstehungsmechanismus

Der Sammelbegriff Thoracic-outlet-Syndrom (TOS) umfasst klinische Beschwerdebilder, bei denen Nerven und / oder Gefäße im Bereich des Schultergürtels komprimiert oder geschädigt werden (1). Die häufigste Ursache für diese Problematik stellt eine lokale Engstelle dar (2). Im Bereich des Schultergürtels werden von Mamoli (3) sowie Bürger und Debus (2) drei Passagen beschrieben: zunächst die Skalenuslücke, die von M. scalenus anterior, M. scalenus medius und der ersten Rippe gebildet wird. Es folgt der kostoklavikuläre Raum mit den beteiligten Strukturen Lig. costoclaviculare, Lig. coracoclaviculare, M. subclavius, Klavikula und erster Rippe. Die letzte Engstelle setzt sich aus den Rippen, dem Proc. coracoideus und dem M. pectoralis minor zusammen. Betroffene komprimierte Strukturen können sympathische Nervenfasern, der Plexus brachialis oder die Gefäße A. und V. axillare sowie subclavia sein (4). Demzufolge werden von Bürger und Debus (2) vier Klassifikationstypen unterschieden:

  1. neurologischer Typ (nTOS, 70 bis 80 Prozent)
  2. venöser Typ (vTOS, fünf bis sieben Prozent)
  3. arterieller Typ (aTOS, drei bis fünf Prozent)
  4. Mischform (15 bis 20 Prozent)

Mögliche beitragende Faktoren können Anomalien wie etwa eine Halsrippe, eine Hypertrophie im M. pectoralis minor und M. scalenus anterior oder haltungsbedingter Natur sein (2, 3). Bei circa 66 Prozent der Patienten entsteht das TOS traumatisch (2, 5). Hierbei führt eine veränderte Wundheilung des Gewebes, beispielsweise eine Kallusbildung nach Klavikulafraktur, zu einer lokalen Engstelle (2).

Lesen Sie den vollen Artikel in

pt Juli 2018

Erschienen am 10. Juli 2018