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An dieser Kohortenstudie aus Deutschland nahmen 780 Patienten während ihrer stationären neurologischen Reha in Bad Kissingen teil. 329 von ihnen hatten einen ischämischen Schlaganfall erlitten, 131 einen hämorrhagischen, 74 waren an einer Critical Illness Myopathie oder Polyneuropathie erkrankt. Primäre klinische Zielgröße war die Gehfähigkeit, gemessen mit den Functional Ambulation Categories (FAC; 0 entspricht nicht gehfähig, 5 bedeutet voll gehfähig). Sekundäre Zielgrößen waren die Vitalkapazität und der Blutdruck.

Neben der klassischen neurologischen Reha mit Logopädie, Physio- und Ergotherapie erhielten die Patienten noch robotergestütztes Steh- und Gehtraining, bis zu fünfmal pro Woche 30 Minuten lang. Voraussetzung war, dass die Patienten selbstständig im Rollstuhl sitzen konnten. Eine große Zahl von Patienten hatte nach der Reha ihre Gehfähigkeit verbessert. Patienten, die zu Therapiebeginn einen FAC Score von 1 hatten, verbesserten sich deutlich (um 1,4 Punkte im FAC, Median-Wert). Berücksichtigt man die Anzahl der erfolgten Therapieeinheiten, dann profitierten die Patienten mit einem Anfangswert von 0 im FAC am meisten (Median 1,8 Punkte).

Quelle: Reichl S, et al. 2020. Implementation of a gait center training to improve walking ability and vital parameters in inpatient neurological rehabilitation- a cohort study. J. Neuroeng. Rehabil. 17, 1: 38 Volltext frei

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi32131857