Schmerzen sind ein sehr komplexes Phänomen, das neben der perzeptiven auch eine emotionale Komponente beinhaltet. Die Wahrnehmung von Schmerzen ist das Ergebnis von affektiven und kognitiven Prozessen, Erfahrungen, psychischen Voraussetzungen und soziokulturellen Faktoren. Während der akute Schmerz sinnvoll zur Vermeidung von Schädigungen ist, kommt es beim chronischen Schmerz zu einem Verlust der protektiven Funktion. Neuropathische Schmerzen entstehen aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen des zentralen oder peripheren somatosensorischen Nervensystems. Zu den Ursachen gehören mechanische, traumatische, metabolische, endo- oder exogene, neurotoxische, virale, entzündliche oder gefäßbedingte Prozesse. Die Prävalenz neuropathischer Schmerzen liegt in Europa zwischen sieben und zehn Prozent. Obwohl es Screeninginstrumente gibt, werden zehn bis 20 Prozent der Patienten mit neuropathischen Schmerzen nicht korrekt identifiziert. Zu den bekanntesten Instrumenten gehören das Leeds Assessment of Neuropathic Symptoms and Signs und der Neuropathic Pain Questionnaire.